Je nachdem, wie und für welches Medium Sie ein Foto verwenden wollen, benötigt es unterschiedliche Bildauflösungen. Leider ist das ein Thema, das gerne zu Missver-ständnissen führt, weil der relativ simple Sachverhalt oft nicht verstanden wird. Dabei ist alles ganz einfach!

In der Medienlandschaft gibt es drei relevante Bildauflösungen, die jeweils einem Medium zugeschrieben werden. Diese Medien sind der Computermonitor, die (Tages-) Zeitung und das Magazin, bzw. das Buch. Diese Auflösungen werden in den Einheiten DPI (Dots per Inch), bzw. PPI (Pixel per Inch) wiedergegeben.

Was sind eigentlich DPI und PPI?

Die Abkürzungen DPI (Dots per Inch) und PPI (Pixels per Inch) beschreiben beide die Auflösung von Bildern, allerdings für unterschiedliche Zwecke. DPI bezieht sich auf die Druckauflösung eines Fotos, denn ein Tintenstrahldrucker druckt eben einzelne „Dots“, also Druckerpunkte auf ein Druckmedium.

Im Gegensatz dazu bezieht sich PPI auf die Pixeldichte eines Bildes, so wie es auf Ihrem Rechner vorliegt. Aus der PPI-Dimension eines Fotos können Sie seine tatsächliche Bildgröße errechnen, indem Sie sie durch die entsprechende PPI-Auflösung teilen. Hier ein Beispiel: ein 2400 x 3000 Pixel Bild würde bei einer Auflösung von 300 PPI, 8 x 10 Inches gross werden.

In der Praxis hat sich der Begriff DPI fälschlicherweise als Universalbegriff für beide Bezeichnungen durchgesetzt, was den Eindruck entstehen lässt, man müsse die PPI-Bildauflösung mit der DPI-Druckerauflösung bringen. Jetzt wissen Sie, dass das nicht notwendig ist, denn die meisten Drucker verwenden mehrere Druckerpunkte, um ein Pixel darzustellen.

Die geringste Auflösung ist notwendig, wenn Sie ein Foto zur Betrachtung auf einem Computermonitor veröffentlichen (beispielsweise für Ihre Website). Monitore haben eine Auflösung von 72 PPI, das heisst, dass alles was Sie darauf sehen, egal ob Text oder Bild, in Form von 72 x 72 Bildpunkten (Pixel) auf einer quadratischen Fläche von 2,5 cm x 2,5 cm wiedergegeben wird. Je nachdem, wie groß Ihr Monitor ist, setzt er sich aus entsprechend vielen dieser winzigen Flächen zusammen.

Um nun eine bestimmte Abbildungsgröße zu definieren, müssen Sie wissen, in welcher Größe Ihr Foto angezeigt werden soll, denn nur die Kombination von Auflösung und Größe ist der Schlüssel. Angenommen, Sie möchten das Titelfoto Ihrer Website in einer Größe von 13 x 18 cm zeigen. Das bedeutet, dass Ihr Foto in einer Größe von 13 x 18 cm bei 72 PPI vorliegen muss. Genau diese Information braucht ein Fotograf oder ein Grafiker, um ein Bild entsprechend zu konfektionieren (das geschieht mit einem Bildbearbeitungsprogramm wie beispielsweise Photoshop).

Wenn Sie das gleiche Foto in derselben Größe in einer Zeitung veröffentlichen wollen, braucht es eine höhere Auflösung, nämlich 150 PPI (auch 120 PPI sind gängig, aber eine gewisse „PPI-Reserve“ kann nie schaden). Das hat mit dem Druckraster der Zeitung zu tun, der ca. 150 Bildpunkte auf einer Fläche von 2,5 cm x 2,5 cm darstellen kann. Dieses Foto muss dann in einer Auflösung von 13 x 18 cm bei 150 PPI vorliegen.

Wird Ihr Foto in einem Magazin gedruckt, benötigen Sie eine noch höhere Auflösung. Gucken Sie sich mal ein Foto in Ihrer Tageszeitung und eines im Stern mit der Lupe an: jetzt sehen Sie, dass das Zeitschriftenfoto viel höher aufgelöst ist. Mit 300 DPI bei 13 x 18 cm, um genau zu sein.

Übrigens gibt es, meiner Meinung nach, einen bestimmten Grund für die Verwirrung mit den Bildauflösungen. Er liegt in der Tatsache, dass Pixel nicht gleich Pixel ist, wie Sie gerade feststellen konnten. Ein Pixel eines 72 PPI Fotos ist wesentlich grösser, als ein Pixel eines 300 PPI Fotos!

                                                                                    Das Auge ist nicht zum Denken da.

Marc Riboud