Der Sucher der Kamera und der Bildrand eines Fotos bilden den Rahmen für ein Motiv. Bei einem guten Foto gelingt es, diesen begrenzten Raum so effektiv wie möglich auszunutzen – ökonomisch damit umzugehen. Das bedeutet, nur das was die Aussage des Bildes unterstützt, hat darin etwas zu suchen. Diese Konzentration auf das Wesentliche ist gut vergleichbar mit dem Vokabular eines handwerklich guten Satzes: kein Wort ist überflüssig und jedes Wort unterstützt die Aussage.

If your photos aren’t good enough, you’re not close enough.

Robert Kappa

Wenn ein Foto nicht kraftvoll genug ist, nicht klar genug erzählt, liegt das oft daran, dass es nicht ausreichend konzentriert ist. Gute Fotografen wissen das und gestalten Ihre Fotos entsprechend dicht und auf den Punkt.

Manchmal kann man ein Foto im Nachhinein durch einen entsprechenden Bildschnitt retten. Das sollte aber eine Notlösung bleiben: erstens verlieren Sie durch das Vergrössern eines Bildausschnittes Dateiinformationen und riskieren, dass Ihr Foto pixelig aussieht. Zweitens manipulieren Sie die Bildaussage. Das ist nicht schlimm, wenn es der Wirkung des Fotos dient. Trotzdem verstehen sich gerade Fotojournalisten als Autoren und sehen ihre Fotos am liebsten so, wie sie sie geschossen haben (denn jedes Foto ist in seiner Gesamtheit ein Statement).

Der inflationäre Umgang mit unwichtigen Bildteilen gehört zu den größten Anfängerfehlern. Das geschulte Auge erkennt das fotografische Potential einer Situation und kann es entsprechend effektiv umsetzen. Viele schwache Fotos lassen sich einfach durch eine dichtere Bildauffassung verbessern.