Was ist eigentlich ein Fotoessay?

Eine freiere Art des Erzählens mit Fotos ist das Fotoessay. Hier sind Erzählstruktur und Form nicht vorgegeben, sondern vom Fotografen völlig frei gewählt. Weil Zeitschriften heute aus Kostengründen eher mit weniger,  als mit mehr Fotos auskommen müssen, ist das Fotoessay weiter verbreitet, als die klassische Fotoreportage.

Es ist auch weniger didaktisch, denn es erklärt weniger, sondern lässt mehr Freiraum für die Interpretation des Betrachters. Fotografen wählen die Form des Fotoessays oft für thematische Bildbände. Das Medium Buch eignet sich eben gut dafür, einzelne Bilder auf sich wirken zu lassen – eben wie ein Essay, für das man sich Zeit nimmt, um es zu genießen.

Ein Schwarzweiß-Klassiker ist „The Americans“ von Robert Frank, eine subjektive, akribische Bestandsaufnahme des Lebens in den USA der 1950er Jahre. Aktueller und farbig sind die Arbeiten des britischen Magnum Fotografen Martin Parr, der sich unkonventionell mit den Befindlichkeiten seiner Landsleute auseinandersetzt , etwa in seinem Projekt „The Last Resort“.