Die Bezeichnung für dieses Phänomen, das man in der griechischen Antike gefunden hat, beschreibt ein gewisses Längenverhältnis zweier Strecken zueinander. Wenn Sie eine Linie so in zwei ungleich lange Teile teilen, dass sich das Seitenverhältnis vom kurzen zum langen Stück so verhält wie das vom langen Stück zur gesamten Linie, dann spricht man vom goldenen Schnitt.

Stark vereinfacht gesagt können wir feststellen, dass wir Bilder, die mit  einem Seitenverhältnis von zwei Dritteln zu einem Drittel gestaltet sind, dynamischer empfinden als Bilder, die zentral komponiert sind. Das bedeutet nicht, dass ein Foto, das nach dem goldenen Schnitt aufgebaut ist immer das bessere ist. Schließlich kommt es immer auf die Bildaussage an, die Sie treffen wollen. Trotzdem wirkt ein Foto im goldenen Schnitt interessanter, spannender und nicht so statisch wie ein Motiv, bei dem sich das bildwichtige Element in der Mitte befindet.

Zugegeben, viele großartige Fotos kommen ohne den goldenen Schnitt aus, denn sie haben andere Qualitäten, die sie interessant machen. Verstehen Sie diese gestalterische Grundregel einfach als einen Baustein, der Ihnen zur Verfügung steht. Er muss nicht immer vorhanden sein.