Ein Interview bietet dem Fotografen eine gute Gelegenheit, nahe an einen Menschen heranzukommen, um authentische und belebte Fotos von ihm zu machen. Dabei sind die Stichwörter „Gestik“ und „Mimik“ am Wichtigsten, denn das Bild einer sprechenden Person kann sehr langweilig sein, wenn man sich nicht auf den Ausdruck konzentriert.

Meiner Erfahrung nach, gibt es zwei Arten von Interviewpartnern: die einen sind die Statischen, die im Gespräch einfach nur den Mund bewegen, die anderen sind die Belebten, Leute, die mit Händen und Füssen kommunizieren. Für den Fotografen, ist natürlich letztere Spezies fotografisch interessanter!

Wenn Sie außer  „Gestik“ und „Mimik“ die Punkte 1 bis 4 des „schnellen Porträts“ beachten (Hintergrund, Licht, Perspektive, Brennweite) und zusätzlich die sogenannte „Over Shoulder“-Perspektive wählen, gelangen Sie zu starken Interviewfotos. Diese Perspektive beschreibt den Blickwinkel, von dem aus das Foto aufgenommen wird. Er befindet sich unmittelbar – sozusagen Schulter an Schulter – neben dem Interviewer, der das Interview führt.

Ein Foto ist immer eine 

Trophäe einer Begegnung.

 Jim Rakete

Der Fotograf guckt dem Interviewer also  über die Schulter und vermittelt dem Betrachter das Gefühl, selber beim Gespräch dabei gewesen zu sein. Übrigens wirkt der Blick in die Kamera dabei merkwürdig und sollte nicht angestrebt werden, denn wer unterhält sich schon mit einer Fotokamera? (Bei einer Live-Schaltung im Fernsehen ist das durchaus üblich).

Ergänzt man Interviewfotos mit aussagekräftigen Details, entsteht eine Bilderserie, die dem Betrachter einen gewissen Einblick in die Persönlichkeit eines Menschen geben kann. Eine Art Weiterführung des „schnellen Porträts“