Was sind eigentlich Sensorformate?

Das Sensorformat beschreibt die Größe, des in der Kamera verbauten Sensors. Generell kann man feststellen: je größer der Sensor, desto höher die Bildqualität. Außerdem unterscheidet sich auch die Anmutung der entsprechenden Fotos insbesondere in der Größe der Tiefenschärfe. Je größer ein Sensor, desto geringer die Tiefenschärfe (bei entsprechender Brennweite und Blendengröße) und umgekehrt. Das ist auch der Grund dafür, dass Fotos von Kompakt- oder Handykameras mit ihren kleinen Sensoren von hinten bis vorne scharf sind und und keine plastischen Tiefenunschärfen vorweisen.

Es gibt eine Vielzahl von Sensorgrößen, jedoch haben sich vier Größen auf dem Markt durchgesetzt. Professionelle Mittelformatkameras, wie zum Beispiel die der schwedischen Firma Hasselblad, arbeiten mit Sensoren im Format bis zu 36.7×49 Millimetern. Ihre Auflösung und Qualität sind extrem hoch. Deshalb eignet sich dieses Format gut für Aufnahmen, bei denen es auf eine optimale Darstellung von kleinsten Details ankommt, wie Stills.

Das Kleinbild-Vollformat entspricht einer Sensorgröße von 24×36 Millimetern. Diese Maße stimmen mit der Negativgröße eines Kleinbildfilmes überein und haben sich in der professionellen Kleinbild-Fotografie durchgesetzt. Bilder dieser Kameras wirken weitgehend wie Fotos von klassischen analogen Kleinbildkameras. Dabei ist ihre Qualität so hochwertig, dass man problemlos Ausdrucke in Plakatgrösse davon herstellen kann. Die Brennweiten von Vollformat-Objektiven definieren den sogenannten 35 Millimeter-Standard, eine Grösse, die den direkten Vergleich mit Brennweiten anderer Formate ermöglicht (dazu unten mehr).

Kameras mit dem APS-Sensorformat haben sich im Amateurbereich durchgesetzt. Der Sensor im Format zwischen 28.7×19 und 22.2×14.8 Millimetern ist wesentlich günstiger, als sein großer Bruder, was sich im Kaufpreis der Kameras niederschlägt. Dennoch ist die Bildqualität für viele Anwendungen vergleichbar.

Kompakt- und Handykameras verwenden noch kleinere Sensoren, die nur bis zu wenigen Quadratmillimetern gross sind. Trotzdem reicht ihre Bildqualität völlig aus, um gute Urlaubsfotos im Fotoalbumformat zu produzieren.

Diese Vielzahl an Sensorgrößen führt zu einer Kuriosität im Zusammenhang mit Brennweiten: wenn sie beispielsweise das 50 mm Objektiv einer KB -Vollformat Kamera an einer APS-Kamera verwenden (bei manchen Objektiven und Kameras ist das möglich), verlängert sich die Brennweite um einen Faktor zwischen 1.3 und 1.6.. Das heisst, beispielsweise wirkt Ihr 50 mm jetzt wie ein Objektiv mit 75 mm Brennweite (bei einem Faktor von 1,5), oder die Brennweite 4,1 mm einer Kompaktkamera entspricht der Brennweite von 25 mm einer Vollformat Kleinbildkamera (hier wäre der Faktor annähernd 6). Übertragen auf noch kleinere Sensorformate würden sich noch längere Brennweiten ergeben. Dieses Phänomen heisst „Brennweitenverlängerung“ und der Umrechnungsfaktor wird „Verlängerungsfaktor“ genannt.

Weil diese Unterschiede den Vergleich von Brennweiten verschiedener Kameraformate erschweren, hat man sich darauf geeinigt, das Kleinbild-Vollformat als Standard zu definieren. Brennweiten kleinerer Kameraformate werden also oft mit der Bezeichnung „äquivalent 35 mm“ versehen.